Die Gemeinschaftsschule

Wozu braucht man eigentlich die Gemeinschaftsschule ?

Nunja man braucht sie nicht, da es bereits bewährte Schulformen gibt, die traditionell gute Arbeit leisten…

ABER

…so manches Kind braucht sie eben doch, da die Gemeinschaftsschule ja aus gutem Grund in Baden-Württemberg eingeführt wurde.

Warum wurde die Gemeinschaftsschule überhaupt eingeführt?

In den vergangenen Jahren stellten Schüler, Eltern und Lehrer vermehrt fest, dass das alte Schulsystem nicht mehr für alle zu passen scheint. Dies liegt mit daran, dass die Welt sich verändert hat und traditionelle Schulformen auf Kinder des 21. Jahrhunderts treffen. Das System Schule muss sich also auf eine veränderte Kindheit und eine neue Generation von Lernern einstellen.

Vor allem das frühe Sortieren der Kinder in Klasse 4 durch die Grundschulempfehlung war stark in die Kritik gekommen. Der Ruf nach zeitgemässeren Lernformen wurde unüberhörbar. Seit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung stehen nun jedem Kind die Türen des Gymnasiums offen, denn grundsätzlich hat jedes Kind die gleichen Chancen auf eine gute Zukunft verdient. Ebenso hat jedes Kind das Recht, mit Begeisterung lernen zu können; gefordert aber nicht ständig überfordert zu sein. Das geht am besten, wenn die Schulform zum Kind passt.

Elternwille – Elternbrille

Dass Eltern die weiterführende Schule eines Kindes frei wählen können, ist grundsätzlich eine gute Sache, aber sehr viele Menschen – Schüler – Lehrer – Eltern – haben erlebt, dass es sehr schwer ist, von außen zu beurteilen, welches die passende weiterführende Schule für ein Kind ist. Eltern kennen ihr Kind gut, sind aber als liebende Eltern nicht so objektiv, dass ihre Einschätzung immer treffend ist; Lehrer können ein Kind gut im schulischen Bereich einschätzen, erleben es aber nur in einem bestimmten Kontext oder in bestimmten Fächern und sind daher hauptsächlich aus dieser Perspektive in der Lage, ein Kind einzuschätzen. Das Kind selbst, möchte in der Regel dahin gehen, wo seine Freunde sind und wählt nicht unbedingt nach Können, Status oder Lernformen, sondern ganz einfach unter dem Aspekt der Sicherheit und des Bekannten. Wir alle haben keine Kristallkugel und können nicht vorausahnen, welches Kind wo glücklich aufblüht, wo überfordert ist oder ob sich ein zurückhaltendes Kind nicht zu einem totalen Überflieger entwickelt; grundsätzlich ist alles möglich.

Schule gegen Schubladendenken

Und genau aus diesem Grund, weil falsche Entscheidungen bei der Schulwahl zu unendlichem Leid der Kinder führen, hat man die Gemeinschaftsschule eingeführt, mit der Idee die Kinder nicht in Klasse 4 zu sortieren, sondern die Entscheidung für einen bestimmten Schulabschluss eben nicht mit der Schulform festzuzurren und das Kind damit nicht mit einem bestimmten Erwartungsdruck zu versehen. Die Gemeinschaftsschule hat im Blick, dass manche Kinder große Teil-Begabungen haben (fast niemand ist in allen Bereichen stark), dass manche sich erst im Laufe der Zeit entwickeln und dass mit den richtigen Lernwegen und durch gelungene Lehrer-Schüler-Interaktion vieles möglich ist. Durch gezieltes persönliches Coaching – vergleichbar mit einen Personal Trainer beim Sport – wird jedes Kind an der Gemeinschaftsschule auf dem Weg zu seiner Bestleistung begleitet.

Neue Lernkultur als neue Chance

Die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg ist eine junge Schulform, die sich erst bewähren muss. Es ist verständlich, wenn Eltern den bewährten traditionellen Schulformen zuerst ihr Vertrauen aussprechen. Eine neue Schulform in der Schullandschaft birgt jedoch Möglichkeiten, sich in stärkerem Maße auf die veränderten Bedingungen der Gesellschaft und des Lernens im 21.Jahrhundert einzustellen, da es noch keine eingefahrenen Muster gibt. Hier liegt eine große Chance für alle, denn an der Gemeinschaftsschule ist klar, dass Schule mehr sein muss, als nur hingehen. Ein multiprofessionelles Team von Lehrkräften aller Schularten, unterstützt von pädagogischen Mitarbeitern hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes uns anvertraute Kind genau im Blick zu haben, zu fördern und zu begleiten. Ihr Vertrauen ist unsere Verpflichtung.

Wir freuen uns auf Ihr Kind.

Die Gemeinschaftsschule bietet

  • längeres gemeinsames Lernen
  • Berücksichtigung individueller Lernwege
  • zweite Fremdsprache Französisch ab Klasse 6
  • einen durchgängigen 10-jährigen Bildungsgang
  • Lehrkräfte aller Schularten
  • Lernen auf unterschiedlichen Niveaustufen
  • alle Abschlüsse und Übergänge werden angeboten
  • differenzierte Formen der Leistunsgbewertung und Leistungsrückmeldung
  • Kein Sitzenbleiben
  • Klassenteiler 28
  • Ganztagesschule

 

Veränderte Lernkultur an der Gemeinschaftsschule

  • niveaudifferenzierte Materialien
  • veränderte Lernumgebung
  • regelmässige Coachinggespräche
  • traditionelle Unterrichtsformen sowie selbstgesteuertes Lernen
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