„Rosa ist doch nur eine Farbe!“

Genau: Rosa ist doch nur eine Farbe. Dies konnten die Kinder der Klassen 1a, 1b, 1c und 2a am Dienstag, den 04.07. lernen.

Im Theaterstück, aufgeführt von den Theaterpädagoginnen Blanca Fernandes und Lara Maria Wichels des Vereins PINKSTINKS, wurde der 8jährige David gehänselt, weil er sein liebstes Spielzeug, das rosafarbene, kuschelige Plüschpony Fred, in die Schule mitnahm.

Um die Handlung des Theaterstücks, das zauberhaft gespielt war, kurz wiederzugeben:

Weil er nicht gehänselt werden will, trennt sich David unter großen Schmerzen von seinem Pony: „Nase, Nase, Mund, Mund. Die Mähne weht. Tschüss, Pony Fred“. Und damit landet das Pony in einer Ecke im Schulhof. Anstelle des vermeintlichen Mädchenspielzeugs versucht er sich mit einem typischen Spielzeug für Jungs, einem Roboter, anzufreunden. Das klappt leider nicht, David fühlt sich vielmehr genervt von den stupiden und störenden Geräuschen, die der Roboter von sich gibt. David ist traurig, hat Schlafstörungen, bekommt Ärger in der Schule und vermisst sein Pony. Gut, dass ihm sein Freund das Pony wieder bringt und die beiden Jungs gemeinsam mit Pony und Roboter im Spiel wilde Abenteuer im Universum erleben. Und so war David am Schluss glücklich und durfte mit seinem Pony im Arm einschlafen: „Nase, Nase, Mund, Mund. Die Mähne weht. Gute Nacht, Pony Fred“.

Mit nur sparsam eingesetzten Requisiten gelang es den beiden Schauspielerinnen, die Kinder abzuholen und ins Theaterstück einzubinden. Dass bereits Kinder von den Stereotypen der Werbung vereinnahmt sind, war hier zu erkennen. Auch die Zuschauer lachten David wegen seines Ponys aus. „Kauf‘ dir doch einfach ein blaues Pony!“ war einer der Ratschläge aus dem kindlichen Publikum.

In der Nachbereitung des Theaters wurde das Thema in Spielen und Gesprächen nochmals aufgearbeitet. Den Kindern wurde klar, dass es klassisches Jungen- und Mädchenspielzeug nicht gibt (oder besser: geben sollte) und letztlich jedes Kind mit jedem Spielzeug spielen darf und soll, ohne deswegen ausgelacht zu werden – Ein herzliches Dankeschön an PINKSTINKS für eine Mobbing Prävention im klassischen Sinne. „Rosa ist doch nur eine Farbe!“

Pinkstinks ist eine junge Organisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen. Mit Theaterarbeit an Schulen, Vorträgen, Kampagnen gegen Germany’s next Topmodel und sexistische Werbung sowie durch Gespräche mit der Politik agiert Pinkstinks gegen Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung. Die Arbeit von PINKSTINKS wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt, freut sich aber auch über Spenden.

www.pinkstinks.de

– Team der Erstklasslehrerinnen (E. Conrad, K. Mächtig, W. Krauß)

 

 

 

 

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